Die Vergütung eines Geschäftsführers spielt eine zentrale Rolle sowohl für die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens als auch für dessen steuerliche Belastung. Insbesondere bei Gesellschafter-Geschäftsführern von Kapitalgesellschaften wie einer GmbH oder UG (haftungsbeschränkt) erfordert die Gehaltsgestaltung eine durchdachte Planung, um steuerliche Vorteile zu nutzen und Risiken wie die verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) zu vermeiden.
Angemessenheit des Geschäftsführergehalts
Bei der Bestimmung der Höhe des Geschäftsführergehalts prüft das Finanzamt dessen Angemessenheit. Hierbei erfolgt ein Vergleich mit der Vergütung externer Geschäftsführer in vergleichbaren Unternehmen der jeweiligen Branche. Einflussfaktoren sind unter anderem Unternehmensgröße, Umsatz, Gewinnsituation sowie der Verantwortungsbereich des Geschäftsführers.
Eine starre Obergrenze existiert nicht, doch zur Orientierung dienen folgende Werte:
- Kleinunternehmen mit einem Umsatz von 50.000 bis 150.000 Euro zahlen ihren Geschäftsführern meist zwischen 30.000 und 60.000 Euro jährlich.
- Firmen mit einem Umsatz zwischen 150.000 und 500.000 Euro gewähren in der Regel ein Jahresgehalt zwischen 50.000 und 100.000 Euro.
- Bei Unternehmen mit einem Umsatz von 500.000 bis 1 Million Euro liegt die Vergütung typischerweise zwischen 70.000 und 120.000 Euro.
- Mittelständische Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 1 und 10 Millionen Euro setzen häufig Gehaltsstrukturen zwischen 120.000 und 250.000 Euro um.
- In Großunternehmen gibt es keine festen Obergrenzen, jedoch wird darauf geachtet, dass die Vergütung in einem nachvollziehbaren Verhältnis zum Unternehmenserfolg steht.
Steuerliche Auswirkungen der Gehaltsgestaltung
Das Geschäftsführergehalt ist als Betriebsausgabe steuerlich abzugsfähig, wodurch es den Unternehmensgewinn und damit die Steuerlast verringert. Dies führt zu einer Reduzierung von Körperschaft- und Gewerbesteuer, wodurch sich eine Steuerersparnis von etwa 30 Prozent ergibt.
Gleichzeitig unterliegt das Gehalt der Einkommensteuer, die progressiv gestaltet ist und mit bis zu 45 Prozent belastet werden kann. Eine Kombination aus Gehalt und Gewinnausschüttungen kann daher vorteilhaft sein. Während das Gehalt als reguläres Einkommen besteuert wird, unterliegen Ausschüttungen der Kapitalertragsteuer in Höhe von pauschal 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag, was effektiv betrachtet zu einer höheren Steuerlast führen kann, da Gewinnausschüttungen den steuerlichen Gewinn der Kapitalgesellschaft nicht mindern.
In vielen Fällen kann es steuerlich günstiger sein, ein höheres Gehalt festzulegen, da dies die Unternehmenssteuerlast senkt und gleichzeitig eine potenziell geringere Besteuerung auf privater Ebene ermöglicht.
Risiken einer verdeckten Gewinnausschüttung
Eine unangemessen hohe Vergütung kann als verdeckte Gewinnausschüttung eingestuft werden. Dies geschieht insbesondere dann, wenn das Gehalt signifikant über dem branchenüblichen Niveau liegt oder wenn nicht vertraglich fixierte Sonderzahlungen geleistet werden. Auch exzessive Zusatzleistungen wie überdimensionierte Dienstwagen oder überhöhte Altersvorsorgebeiträge können problematisch sein.
Wird eine verdeckte Gewinnausschüttung festgestellt, hat dies steuerliche Konsequenzen: Der unangemessen hohe Anteil des Gehalts wird nicht als Betriebsausgabe anerkannt, sodass zusätzliche Körperschaft- und Gewerbesteuern anfallen. Zudem wird der betroffene Betrag als Kapitalertrag behandelt und mit 25 Prozent Abgeltungsteuer belegt, was zu einer doppelten Besteuerung führen kann. Dies sollte durch eine vorausschauende Planung unbedingt vermieden werden.
Strategien zur optimalen Vergütungsgestaltung
Um steuerliche Vorteile zu maximieren und potenzielle Risiken zu reduzieren, empfiehlt sich eine durchdachte Strukturierung des Geschäftsführergehalts. Folgende Maßnahmen können dabei helfen:
- Regelmäßige Überprüfung der Gehaltshöhe: Durch Abgleich mit aktuellen Branchenstudien kann sichergestellt werden, dass die Vergütung angemessen bleibt.
- Transparente Dokumentation: Alle Vergütungskomponenten sollten im Arbeitsvertrag eindeutig geregelt sein, um spätere Diskussionen mit dem Finanzamt zu vermeiden.
- Steuerliche Beratung: Ein erfahrener Steuerberater kann helfen, das Gehalt optimal zu strukturieren und steuerliche Vorteile bestmöglich zu nutzen.
Fazit
Die Festlegung des Geschäftsführergehalts erfordert eine ausgewogene Planung, da sie sowohl die Steuerlast des Unternehmens als auch die persönliche Besteuerung des Geschäftsführers beeinflusst. Eine gut durchdachte Gehaltsstruktur kann helfen, steuerliche Vorteile zu nutzen und gleichzeitig rechtliche Risiken zu vermeiden.
Durch eine regelmäßige Überprüfung der Vergütung, eine klare Dokumentation und professionelle Beratung lassen sich finanzielle Vorteile realisieren und steuerliche Fallstricke vermeiden. Eine kluge Gehaltsgestaltung unterstützt die nachhaltige wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens und trägt zur langfristigen Planungssicherheit bei.